Da sass ich denn zum drittletzten Mal in einem Gottesdienst «meines» Dekanats, dem ich nun seit 35 Jahren angehöre (dass das so lange währt, war nie geplant, doch meine Wechselgelüste stiessen bei den Verantwortlichen nie auf Gehör) und in dem ich vom Jüngsten zum Amtsältesten und (physisch) Zweitältesten geworden bin, und wunderte mich über den Kirchenwandel. Plötzlich wurde da unter Hauptamtlichen fröhlich evangelikal geklatscht und religiöse Stadl-Stimmung verbreitet – und ich merkte: Da haben sich gewisse Gemeinsamkeiten aufgebraucht, und ich bin ein Fremdkörper geworden, ein Relikt aus alt-liberalen Kirchenzeiten, das quer zum Zeitgeist steht und irgendwie auch stört.
So macht mann und frau mir den Abschied in zwei Jahren etwas leichter. Das ist nicht zynisch, sondern leicht traurig gemeint.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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