Wieder habe ich recht bekommen mit meiner etwas frechen These, dass der aktuelle Pontifex nichts Kleineres im Sinn hat, als sein eigenes System zu unterwandern und es in seinen Fragwürdigkeiten bloss zu stellen. Man(n) kann schon überlegen, ob das ein Chef tun darf, und ob das nicht die Aufgabe der jungen Wilden in einer Organisation sei. Doch leider sind diese bei uns – zumal, wenn sie dem Klerus angehören – zwar schon jung, aber in keiner Art wild, sondern zur grossen Zahl reaktionär, und darum muss eben dann der 79jährige Jesuit an der Spitze diese Arbeit tun…
Warum ist dies ein Dammbruch der Spitzenklasse? Weil mit den Folgerungen, zu denen eine solche Kommission gelangen muss, es in absehbarer Zeit dazu kommen wird, dass Frauen durch einen Bischof die Hände aufgelegt werden, dass sie dem Klerus angehören, dass sie eine (zwar quere) Stola tragen und dass sie ein Sakrament spenden dürfen. Das, liebe Kolleginnen in Ausbildung und Geist, muss für diese Generation dann genügen. Da Johannes Paul II. beim Frauenpriestertum ein quasi (problematische, ich gestehe es ja ein) «Teil-Dogmatisierung» vorgenommen hat, muss eben Mutter Kirche einige Zeit warten.
Aber der Damm-, der Tabubruch ist begangen. Und das zählt. Darum, Ihr Pilgerinnen auf dem Weg nach Rom: Zwischen Milano und Bologna dürft Ihr nun ruhig den Schnellzug nehmen. Papa Francesco hat den Weg deutlich abgekürzt.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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