waren nun in diesem Tal der Heiden die katholischen Pfarrer, im Büchlein mit bester Quellenlage dokumentiert an einem Pfarrer August Ackermann (1883-1968). Der muss ein so wild polternder Kerl gewesen sein, dass seine liberalen Schäfchen das Pfarrhaus mit Steinen bewarfen, und er schliesslich aus Pfarrei und Gemeinde verjagt wurde. Die Versuche seiner Bischöfe, ihm einen Arbeitsplatz zu sichern, scheiterten auch später an seinem Temperament und so verbrachte er die letzten 30 Jahre seines Lebens als Verfasser frommer Traktate im Salesianum in Fribourg (wenn dessen Mauern nur alles erzählen könnten!).
Nun was tat der Mann so Schlimmes? Wir wissen ja, dass es in der alten Theologie drei klassische Todsünden gab: Götzendienst, Mord und Ehebruch. Kollega Ackermann fügte in einem Zeitungsbeitrag mitten im Solothurner Wahljahr 1912 flugs eine vierte hinzu: Mitgliedschaft in der FDP, ja es genügte das Wählen von Vertretern dieser Partei. «Ultramontane Hetze» nannten dies seine Gegner.
Wir staunen und erinnern uns an alte Zeiten… Mehr dazu an den nächsten Tagen.
Das heutige PS: Wisset, ihr St.Galler Katholiken, die ihr Herrn Mächler in den Regierungsrat gewählt habt, dass dies 1912 im Solothurnischen eine Todsünde gewesen wäre!
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant