Last but not least – zudem weitaus am Lustigsten zum Lesen – das von Urban Fink 1991 zum Jubiläum der Eidgenossenschaft im Auftrag von Pfarrei und Kirchgemeinde Welschenrohr verfasste Büchlein «Kulturkampf in Welschenrohr 1909-1912». Ich muss gestehen, dass ich mich als Stadt St.Galler zunächst schwer damit tat, diesen Ort überhaupt zu eruieren, zumal im Büchlein dann noch der irgendwie ungenaue Begriff eines «Thals» (in dem sich anscheinend die schwärzesten Pfarrer zu jener Zeit zusammengerottet hatten) auftaucht.
Zunächst (vor der historischen) die geographische Aufklärung: Wir befinden uns im Kanton Solothurn, genauer hinter (von Süden aus betrachtet) der ersten Jurakette, ein Tal, das von der Klus bei Oensingen weiter Richtung Moutier führt, ziemlich nahe der Sprachgrenze (weshalb diese Gemeinde auch Rosières heisst). Und hier spielte sich vor über 100 Jahren Unglaubliches ab, denn hier waren viele Katholiken Freisinnig-Radikale.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant