Das fröhliche Morden in St.Gallen

Viel Papier und Druckerschwärze leistete sich unser «Tagblatt» einer banalen Frage, nämlich der, ob auf der grossen Bühne des suventionierten Theaters eine Boulevardkomödie Platz haben dürfe. Die Fragestellung ist natürlich per se absurd, denn auch das subventionierte Theater soll ja seine Kosten in höchstmöglichem Umfang selber erbringen. Darum «Aida», darum «Andorra», darum «West Side Story», darum «Arsenic and old lace». Mit einer auf die aktuelle Politik anspielenden experimentiellen Übung lockt man(n) vielleicht an zwei Abenden alle linken und grünen Wähler/innen an, nachher aber ist tote Hose, sprich leerer Zuschauerraum. Wie gesagt: absurd ist sie, die Fragestellung.
Nun, wie war’s an diesem Abend? Erstens: Zu laut, viele der Agierenden schrien auf der Bühne herum, die doch schon breit in den Zuschauerraum ragte. Zweitens: Weiterhin lustig, die Gags sind auch 60 Jahre später noch tragend, der Abgang des Jonathan (12:12 in der Anzahl der Leichen) als Schmankerl. Drittens: Der alte Schwarzweissfilm mit Cary Grant hat mehr Charme, da fehlte etwas an Atmosphäre. Doch zu viel Farbe und Licht?

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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