Was einem so passieren kann

«Was einem Kavalier nicht all’s passieren kann», so singt der Ochs zu Lerchenau zu Beginn seiner grossen Szene im 2.Akt des «Rosenkavalier». Mir kam der Satz in den Sinn (zwar nicht Kavalier, auch nicht Ochs und schon gar nicht 18.Jahrhundert), als mir als Mitglied des Stiftungsrates unserer Pensionskasse ein fröhlich-frecher Gassenspruch streng moralisierend um die Ohren geschlagen wurde. Ich hatte zwar nur von einer «Trümmerbesichtigung» gesprochen, ein derart edler Terminus, dass ausser Eingeweihten gar niemand (nicht mal der frechste Journalist) etwas verstehen würde, doch wenn jemand prügeln will, prügelt er auch am edlen Objekte. Der Ochs singt ja weiter: «in dieser Wienerstadt», bei mir heisst’s eben «in meiner Heimatstadt». Wenn wir schon beim Herrn zu Lerchenau sind: «hab halt a hitzigs Blut!»
 
 

Heinz Angehrn

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