Kurz nach dem «Onegin» nun am selben Ort mit dem selben Orchester (natürlich durch Bläser und Percussion angereichert) und dem selben Dirigenten eine «ganz andere Geschichte» der musikalischen Art: Leonard Bernsteins 1957 für die Ewigkeit geschaffene «West Side Story». Auch diese Detailkritik kann bei mir bezogen werden (und wurde dem inneren Kreis schon verschickt).
In Kürze und Würze: Melissa King, Regisseurin und Choregrafin, das Tanzensensemble, das Orchester, der Bühnenbildner, sie alle machten ihre Sachen gut bis sehr gut, schufen eindrückliche und beklemmende Szenen rhythmischer Gewalt. Lenny war völlig präsent. Ich verstehe auch immer besser, welche Affinität er zu Gustav Mahler hatte. Der einzige Schwachpunkt: Ein blonder Schönling mit Schmalzlocke versuchte den Tony zu singen. Sein Stimmchen war so schwach, dass es nicht gelang. Meine Kritik endet so: Geniessen, dann nach Hause gehen und «Maria» eben selber unter der Dusche singen.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant