Peter Singer

Ich habe mir die Mühe genommen, dem Mann mehr als 15 Minuten zuzuhören und zu versuchen, allfällige Vorurteile abzubauen. Aber es gelang nicht. Ich komme zur Beurteilung, dass solch utilitaristische Gefälligkeits-Philosophie natürlich völlig dem Trend unserer Zeit entspricht (»Let’s have fun» und dann «Après nous le déluge», sauber kombiniert mit den Anforderungen der neoliberalen Lehre, alles möglichst kostenneutral), aber dass sie ethisch keine seriöse Basis hat. Sie ist etwa meilenweit von Kants Kritik der praktischen Vernunft und ebenso meilenweit vom Ethos des Rabbi aus Nazareth entfernt. Ich widerspreche laut und deutlich: Nicht alles, was gerade mehrheitsfähig ist, ist auch ethisch korrekt. (Ich melde auch wieder einmal an: Man soll für die Gleichstellung der homosexuellen Partnerschaft sein, aber man soll auch gegen eine Liberalisierung der Abtreibung sein.)
Herr Singer, kehren Sie als Mitglied der jüdischen Gemeinschaft doch einfach zur Goldenen Regel und zum Kategorischen Imperativ, der aus ihr entstand, zurück! Ich schütze mit Ihnen gerne jedes Tier, jeden Gorilla und jedes Meerschweinchen, aber nicht zum Preis der Beliebigkeit.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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