Intensiver Abschluss

Ein Wochenende prall von eindrücklichen Anlässen, u.a. die Verabschiedung unserer Kirchenpräsidentin nach über 15 Jahren Mitgliedschaft im Rat und ganz viel gute Sax-Musik an nicht weniger als drei Orten, endete knallhart mit Henrik Ibsens 1881 uraufgeführtem rabenschwarzen Drama «Gespenster» in der Lokremise, dem zweiten Spielort des St.Galler Schauspiels.
Die Detailkritik kann bei mir bezogen werden. Ein ganz spannendes Stück für die Theologenzunft. Zum einen ist es eine naturalistische Auslegung des Bibelwortes von den Kindern, die faule Zähne kriegen, weil ihre Väter saure Trauben gegessen haben. Zum anderem ist mit dem lutherischen Pastor Manders ein ganz übler Vertreter unserer Gattung voll dabei.
Und noch dies: Beim Nachführen meiner «Theater-Chronik» stellte ich fest, dass ich dieses Werk als 16jähriger erstmals sah und hörte. Hilfe! Warum bin ich nicht traumatisiert worden? Hilfe noch mehr: Neben mir sass damals noch Mama. Schrecklich, Kammerfrau Helene Alving mit ihr zu vergleichen.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/intensiver-abschluss/