hier einmal einige zum skandalon in Chur/Bürglen nachgeschobene Gedanken:
Wenn man(n) die Äusserungen der seriösen Mitglieder der Bischofskonferenz genau liest und anhört, dann geht es ihnen darum, dass die sakramental geschlossene Ehe zwischen Mann und Frau nicht gefährdet bzw. in ihrer Einzigartigkeit beeinträchtigt werden soll. Sie befürchten, dass bei einem Segnungsritual die Grenzen fliessend sein und gar Verwechslungen entstehen könnten. In diesem einen Punkt gebe ich ihnen recht: Ja, das soll nicht verwechselt werden können.
Denn die Hetero-Ehe ist (im katholischen Verständnis) primär auf Nachwuchs und Familie hin ausgerichtet. Das zeigen nur schon die Fragen, die beim Ausfüllen des Ehedokuments gestellt und unterzeichnet werden müssen. Die Homo-Ehe ist dies in den meisten Fällen nicht. Hier geht es darum, dass zwei Menschen ihr Versprechen der Treue und der lebenslänglichen Verantwortlichkeit auf ein Zusammenleben ohne Nachwuchs und in ständiger Berufstätigkeit beider Partner/innen ablegen. Und eine solche Situation führt u.a. dazu, dass etliche Rituale der kirchlichen Eheschliessung nicht sinnvoll und brauchbar sind. (Man denke etwa an die Fragen, wer denn nun wen küssen dürfe und wer von Papa in die Kirche geführt und übergeben wird…)
Wieder seriös: Ich mahne an, ein eigenes Rituale für die Segnung einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft zu schaffen. Vielleicht ist das Liturgische Institut bereit?
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant