Die Wiener Betrachtungen hinderten mich bis anhin, vom nächsten kulturellen Höhepunkt zu berichten. Zurzeit nimmt das Zürcher Opernhaus Claus Guths Inszenierung von «Tristan und Isolde» in einer kurzen Serie von vier Aufführungen wieder ins Programm. Von der Premierenbesetzung wieder dabei sind die Damen, Nina Stemme und Michelle Breedt, sowie Matti Salminen als Marke. Neu dazugestossen (nebst John Lundgren als Kurwenal) ist insbesondere Stephen Gould in der männlichen Titelrolle. Herr Gould singt diese wohl zweitschwerste Heldentenorpartie des Repertoires in kongenialer Art und Weise. Er ist kein Brüller, verfügt aber über Fortissimi nund Pianissimi. Für Wagnerianer ein Leckerbissen.
Wenn wir schon dabei sind: Natürlich ist Herr Gould ein recht übergewichtiger Sänger. Es gäbe immer wieder gute Gründe, die Liebesgeschichte aller Opern mit einem Statistenpaar so um die 18-20 zu spielen und die Sänger im Graben singen zu lassen…
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant