In concreto

geht es ja bei der unterschiedlich ausgelegten Passage um diese:
«Wenn die Kirche vermeidet, von Einrichtungen abzuhängen, die durch wirtschaftliche Mittel einen Stil des Lebens auferlegen könnten, der wenig mit Christus, der arm wurde, kohärent ist…»
«Durch wirtschaftliche Mittel einen Stil des Lebens auferlegen» – Das zielt – hier denke ich, dass Du Claudius durch eine etwas zu rosafarbene Brille siehst – schon auf einen Teil unserer staatskirchlichen Institutionen. Der Ansatz bei Francesco und seinen Schreibern könnte sein, dass die Löhne die Seelsorgenden in ihrer Grundaufgabe unglaubwürdig machen. Nun da steckt er schon der Wurm, er zielt vor allem auf Kantone, in denen die katholischen Institutionen Recht und Gebräuche der evangelischen Schwesterkirchen übernommen haben. Da verdient natürlich ein/e Theologe/in (zu Recht im schweizerischen Kontext) einen Gymnasiallehrerlohn von etwa SFr. 160’000. Und das kann schon als «wenig kohärent» wahrgenommen werden, wenn er seinen Lebensstil dem Lohn angleicht! Nur: Wir wissen von vielen Kollegen, dass sie sozial mit ihrem Einkommen umgehen. Selbst Papa Blocher verfuhr so (man lese die einschlägigen Passagen bei den Kindern). Und nochmals: Der mausarme Pfarrer ist finanziell abhängig von den Reichen der Gemeinde, und das ist ebenso korrumpierend.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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