Nachbetrachtung Landeskirchen I

Das wohl erstaunlichste Resultat des vergangenen Abstimmungssonntags lieferte der Kanton Zürich. Obwohl es nicht um die Trennung von Kirche und Staat ging, sondern lediglich um die Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen, obwohl die beiden «staatstragenden» bürgerlichen Parteien FDP und SVP die Ja-Parole herausgegeben hatten, wurde die Initiative mit über 70% abgelehnt. Ich – und sicher viele mit mir – hatten mit einem spitzen Ausgang der Abstimmung und mit einem Ja-Anteil über 45% gerechnet. Und nun dies. Es wurde schon viel gefolgert in den Gazetten. Ich beginne meine Folgerungen mit zwei Aussagen:
a) Die Trennung von Kirche und Staat kommt in der Deutschschweiz später, als ich bisher vermutete. Zu «Leb»Zeiten erlebe ich sie wohl nicht mehr.
b) Wenn im Huonderschen Graubünden und im Blocherschen Zürich diese Abstimmungen scheiterten, wie gingen sie erst in Kantonen wie Luzern, Solothurn, St.Gallen oder gar Wallis aus?

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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