Bocksprünge?

Mit sanft wachsender Enttäuschung höre ich mir seit Monaten die Nachrichten an, die aus dem Umfeld der Diskussionen zwischen Kantonalkirchen und Erziehungsdepartementen zum Thema Lehrplan 21 und insbesondere zum Platz und Stellenwert der Fächer Religion und Ethik an mein Ohr gelangen. Die Enttäuschung hat damit zu tun, dass ich langsam unterstellen muss, dass die Kirchen offensichtlich kein klares Konzept und auch kein untereinander abgesprochenes Verhandlungsziel haben, sondern vielmehr darauf hoffen, dass es (finanz)politisch gar nicht möglich sein wird, eine zusätzliche nicht kirchlich getragene Lektion zu schaffen. Wenn ich da richtig sähe (Konditional), wäre (dito) dies sehr peinlich.
Ich wiederhole meine Forderungen:
a) Die Landeskirchen verzichten in den Kantonen, in denen sie weiterhin in den Lehrplan integriert werden, freiwillig auf die zweite interkonfessionelle Lektion, dies im übergeordneten Interesse des Zusammenwachsens unserer zunehmend multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft.b) Sie signalisieren dem Staat, dass er diese zusätzliche Lektion selber finanzieren muss, dass sie sich aber an den inhaltlichen Umsetzungsarbeiten mitbeteiligen werden.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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