Ich versuche Kriterien zu finden zur Frage, ob diese Veranstaltung a) sinnvoll und b) zielführend ist.Und da entdecke ich gleich den Widerspruch: Sinnvoll ist sie schon, indem Menschen ihren Ärger und Frust über die Art und Weise, wie gewisse Kirchengewaltige auftreten und das Evangelium Jesu ad absurdum führen, ausdrücken und psychisch-emotional «ablassen» können. Ich frage mich nur, warum das in den wirklich schlimmen Jahren des letzten Pontifikats nie geschah. Denn im Vergleich zur Clique, die der 16.Benedikt um sich scharte, ist der Churer Hof ja geradezu die Heilige Familie.Aber zielführend? In einer Bischofsstadt und vor der Kathedralkirche des Bischofs, der von den Churern immer wieder angegriffen und bei allen möglichen Kircheninstanzen angeschwärzt und verleumdet wurde (»Anti-Rom-Kurs», «Homo-Bischof»)? Fördert dies nicht sogar die schon vorhandenen Polarisierungen und lässt die Churer glauben, dass sie wahrhaftig die einzig Rechtgläubigen sind? Ich zweifle sehr.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant