Das fände ich eine gute Sache, so ein Wort. Darf ich – nicht Bischof und ohne Ambition, es zu werden – etwas gedankliche Geburtshilfe leisten, wie ein solches Wort strukturiert sein könnte:
Ausgangspunkt: Die biblischen Aussagen von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen (Gen 1 und Mt 25) und die Aufforderung Jesu, in jedem Nächsten Gott neu zu erkennen.
Historisch: Das Wachsen der Idee eines Katalogs menschlicher Grundrechte einerseits auf der Basis dieses biblisch-christlichen Menschenbildes, andrerseits gegen den Widerstand einer feudal-patriarchalen Kirche, mündend in der US-Unabhängigkeitserklärung, den Idealen der Französischen Revolution und schliesslich der Erklärung von 1948.
Das Schuldbekenntnis der Kirche, insbesondere der römischen, in vielen Punkten (Stellung der Frau als zweiter Teil der Gottesebenbildlichkeit des Menschen; Anerkennung gleichgeschlechtlich fühlender und lebender Menschen als Abbild Gottes etc.) bis heute organisationsintern die Erklärung der Menschenrechte nicht umgesetzt zu haben.
Aufforderung an die Gesellschaft, den Grundrechten des Menschen, insbesondere das Recht auf selbstbestimmtes Leben von Zeugung bis Tod, noch mehr Sorge zu tragen. Aufforderung nach innen zur radikalen Reform der noch bestehenden juristischen und moralischen Unrechtsstrukturen.
So was könnte/dürfte man sogar vom Ambo vorlesen.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/wort-des-bischofs-zum-menschenrechtstag/