Inszenieren, leichte Sache? VII

Es gibt auch kluge Inszenierungen, die nicht bloss historisierend bleiben. Es braucht nicht jedes tragische Werk, etwa von Verdi, in Samt und Seide gekleidet zu werden. Aber eine ihrer Ästhetik beraubte «Traviata» zerstört den Zauber der Musik (wenn ihr auch – wie damals in Salzburg – die ganze Kritikerwelt applaudiert), ein entleerter «Rigoletto» ist nur eines: Hässlich, hässlich, hässlich. Und wenn Herr Homoki sagt, dass es Leute gibt, die diese Inszenierung mehrmals besuchen, nur um sie zu verstehen, dann entlarvt er den ganzen Unfug (abgesehen: wer kann sich das in Zürich leisten?).

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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