Freie Fahrt für wen?

Ein Gedanke im Rückblick zu meinem Urlaub, der mich mehrmals über Alpenpässe und durch Tunnels führte: Seit diese grässlichen Vehikel, genannt Vierzigtönner, in grosser Anzahl unsere Strassen versperren und unsere Dörfer verpesten, verstehe ich unsere Verkehrspolitik immer weniger. Die (europäische?) Lobby der Camioneure hat anscheinend viel mehr finanziell-materielle Macht als diejenigen, die sich für Landschaft, Natur und Ruhe einsetzen. Was ich gelegentlich aus dem Tirol lese, bestätigt mich in dieser Vermutung. Ich fordere:
a) Ein generelles Verbot für Vierzigtönner auf allen zweispurigen Strassen quer durch Alpentäler und über Pässe, auch im voralpinen Gebiet. Dabei denke ich bewusst etwa an den San Bernardino, aber auch an die Stossstrasse zwischen Rheintal und Appenzellerland.
b) Finanziell viel grössere Anreize für den Huckepack-Verkehr quer durch die Alpen. Ein solcher Transport sollte den Camioneur etwa die Hälfte von dem kosten, was ihn die Fahrt mit dem LKW kostet. Also: Happige Zuschläge bei den LKW-Streuern und massive Quer-Subventionierung der rollenden Landstrasse.
c) (Völlig illusorisch – ich weiss, lacht mich nur aus) Ein europaweites Verbot aller «sinnlosen» Fahrten, bei denen Tiere, Lebensmittel und Güter aller Art zur blossen Weiterverarbeitung herumgefahren, aber schliesslich auch ins Herkunftsland zurückgebracht werden.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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