Thomas und Thomas

Gedacht und gepredigt am zweiten Ostersonntag: Das Bedürfnis des Menschen, auch im Bereich der Religion Handfestes «in Händen» zu halten, rational beweisen/belegen zu können, Sicherheit zu erhalten, zeigt sich unter anderem an den beiden Thomassen: Der Apostel will berühren, in Händen halten; der Kirchenvater will rational-logisch Gott festhalten. Doch dieser Gott, der auch ein Gott des «noli met tangere» ist, lässt sich so nicht greifen.
Auch gepredigt: Glücklich sind wir darum in der katholischen Variante des Christentums, dass wir Rituale, Zeichen, Bilder, Statuen haben, Handfestes zuhauf, mit dem sich zwar nicht Gott greifen, aber religiöse Sicherheit gerade in Zeiten der Krise erlangen lässt.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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