Zweiter Tag

Heute morgen bin ich kurz vor 7.30 h gestartet. Die Ruinen des Vreta Kloster, die ich ja gestern nur aus der Ferne gesehen habe, waren mein erstes Ziel. Nach knapp einer Stunde war ich da und mein Pedometer zeigte bereits 5 km. Das war also die Zusatztour! Vom alten Kloster sieht man noch Ruinen, die die einstige Herrlichkeit des Klosterbaus erahnen lassen. So frueh Morgen war der Ort still und besinnlich. Ich gönnte mir eine Halbestunde. Doch dann musste ich los, das Tagesprogramm lag ja noch vor mir. Gleich hinter dem Vreta Kloster fuehrt der Weg am Göta Kanal entlang. Eine sehr schöne Landschaft zum Gehen. Ich war ja so froh, die Strasse verlassen zu haben – vorerst. Wären da nicht die Blasen, die mir zu schaffen machten. Nach 6 km musste ich anhalten, um mich zu verpflastern. Da es auch blutete, wusste ich echt nicht, ob ich die Stecke zu Fuss schaffen würde. Doch fürs erste gings. Obwohl es heute ruhiger war, tue ich mich schwer ins Meditieren zu finden. Die Fuesse schmerzen und ich muss staendig auch die Karten konsultieren. Das einzige was mir so etwas wie den Takt angibt, ist das Aufschlagen meiner zwei Stoecke auf dem Boden. Einmal verlasse ich den Wanderweg und folge 5 km der Strasse – so empfohlen auf der Pilgerbeschreibung. Es ist unangenehm. Nach 20 km bin ich recht müde und gönne mir eine Pause in einem Buswartehäuschen. Ich konsultiere Karten und sehe, dass es etwa noch 7 km ist bis zur Unterkunft. Bus? Kein Thema. Mit den Blasen geht’s. Ich komme wieder an den Kanal und nehme es gemütlich. Puenktlich um 15 h bin ich bei der Unterkunft – 27.5 km geschafft. Ich bin ein bisschen stolz und auch geschafft. Nach der Begutachtung meiner Fuesse bin ich allerdings nicht sicher, ob ich morgen noch mal wandern kann. Ja, ja diese Birgitta schenkt einem nichts. Jetzt erst mal duschen, pflastern, essen und dann sehen wir weiter.

Sibylle Hardegger

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