Nun ist sie aus dem Sack, die Katz, sprich die Grundidee von Herrn Homoki für seinen «Holländer» (neues Opernhaus-Magazin): Kein Schiff, kein Naturalismus, aber der Kontor des Handelsreisenden Daland ist zu sehen, gefüllt mit Seekarten, die anzeigen, wo Wertvolles zu holen ist. Auch Senta wird Handelsware sein, angeekelt vom materialistisch-imperialistischen Gehabe ihrer Herkunftswelt. Der Holländer darf aber wirklich ein Gespenst sein, in anderen Dimensionen als die der Dalandwelt zuhause. Die Sache muss schief gehen, Senta begeht Suizid.
Einige meiner Forderungen scheinen umgesetzt. Ob die Ästhetik dann aber auch zum Stimmen kommt, das weiss ich noch nicht. Wie sieht der Matrosenchor aus? Gibt es doch irgendwelche unnütze Mätzchen und Billig-Anspielungen? Aber die Hoffnung ist etwas gestiegen.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant