Deuteronomium

In den Exerzitien vergrub ich mich (nebst viel Wald- und Gartenarbeit) in Eckart Ottos Kommentar. Ein grosses Einleitungskapitel widmet sich allein der Geschichte der biblischen Forschung zu Dtn. Und da las ich zu meinem Erstaunen, dass (nach Meinung von Herrn Otto) im 21.Jahrhundert die «Neuere Urkundenhypthese» langsam überholt sei und durch den Rückgriff auf die «Fragmentenhypothese» des ausgehenden 18.Jahrhunderts korrigiert werde!
Da stehen wir armen Theologen-Toren nun traurig in der Landschaft. Was wir von den Quellen-Dokumenten Jahwist, Elohist und Priesterschrift hörten, war also nur eine Hypothese, die der genaueren Forschung doch nicht standhält. Uber 50 Jahre wurden Theologen/innen alttestamentlich falsch informiert. Das ist fast so, wie wenn ein Neutestamentler erklären würde, das Entstehen von Mt und Lk aus Mk und einer zusätzlichen Quelle Q sei nicht mehr Stand der Forschung.
Alt fühlt man sich da! Wie sagt Kohelet: Windhauch nur ist alles, auch Dein Wissen.

Heinz Angehrn

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