Um es gleich vorweg zu nehmen, Bus fahren mag ich nicht. Vor allem dann nicht, wenn ganze Schulklassen sich an jeder Haltestelle wie eine Welle in den Bus hinein ergiessen. Morgens und abends. Wobei es morgens schlimmer ist als abends. Oder ich bin morgens dünnhäutiger…Nun was bleibt einem anderes übrig, wenn man wegen des Schnees nicht aufs Bike steigen kann. Man nimmt diese nervenaufreibenden Fahrten halt stoisch auf sich. Demutsübungen nenn ich sie mittlerweile.Kürzlich war ich am Zürcher Flughafen 9 Stunden festgesessen, nichts ging mehr, obwohl es nur gerade 2 cm Schnee gab. Unverständlich! Da versteht man es schon eher, wenn hier die Busse morgens Mühe haben bei der Eiseskälte die Türen zu schliessen. Fast jeden Morgen dieselbe Situation: Die hinteren Türen lassen sich nicht mehr schliessen. Das geht dann so, dass die Türen fast geschlossen sind und dann wieder aufgehen, schliessen, aufgehen, schliessen, aufgehen bis zum Abwinken. Für die Passagiere sehr unangenehm, weil man erstens Zeit verliert und zum anderen ständig der Kälte ausgesetzt ist. Die Geschichte endet dann immer mit demselben Handgriff. Über der vorderen Einstiegstür gibt es einen Griff, den muss man nach unten ziehen und dann schliesst sich die hintere Tür – mit Sicherheit. Aber bis die Chauffeure zu diesem Griff langen, dauert es immer eine ziemliche Weile. Ich sitze dann da und denke: Mensch, zieh doch den Griff runter! Aber nein, die versuchen zuerst alles andere, während wir hinten frieren. Wenn die Geschichte dann wieder am Griff endet, denke ich: Siehste, ich sags ja!
Sibylle Hardegger
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant