Vielleicht entsinnen Sie Sich meines Ärgers, wie das Migros-Kulturprozent-Classics-Publikum bei Anton Bruckners (wahrhaft leicht zu geniessende Kost!) Vierter zu rascheln und rutschen begann und das Brandenburgische Staatsorchester mit müdem Applaus entliess.
Nun beim Moscow Virtuosi Chamber Orchestra (Warum brauchen sogar Russen englische Namen? Diese Form von Globalisierung ist ärgerlich.) kamen die Raschler und Rutscher wieder voll auf ihre Rechnung. Vivaldi und Tschaikowskis «Souvenir de Florence» sind klassische Light-Musik (nun benutze schon ich Anglizismen, korrekt denn: Kaffehaus-Musik) zum Entspannen und Prosecco-Trinken. Und wenn noch ein hübsche exaltierte Dame den Bogen führt, dann lässt mann und frau sich zu Standing Ovations hinreissen (wie übersetzen wir nun das: Stehklatschen?) und ist verzückt.
Der Betrachter und Zuschauer merkts und ist frustriert. Gewisse Konzerte muss ich wohl in Zukunft meiden.Beim letzten Konzert der Saison 2011/12 am 6.5. kommen Brahms (die Erste), Weber (das Konzertstück für Klavier) und Beethoven (die Fünfte, da hat das Publikum an den ersten vier Takten viel Freude, aber dann wirds hart, liebe Leute) zum Zug.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant