Gestern in Wil die Podiums- und Publikumsdiskussion zum Thema Islamisches Zentrum, heute der Medienbericht dazu. Die Stimmung sei mehrheitlich positiv gewesen, so wird berichtet, SVP und Anwohner deswegen eher frustriert. Ja was ging denn da falsch ab, so frage ich mich. Im Normalfall – so wie die von der NSVAP politisierte und manipulierte Mehrheit jeweils denkt, redet und stimmt – wären die Sympathisanten des Zentrums aus dem Saal gefegt worden. Und da finde ich des Pudels Kern: meine lieben Landeskirchenkollegen, die Balsam ins wunde Herz des Volkes träufelten, als sie den Imam als lieben Kerl bezeichneten und «demütig» (Originalzitat des Tagblatts über meinen katholischen Kollegen) die eigenen Fehler bedachten.
Na typisch, denke ich, der ich nicht mehr zur kirchlichen Mehrheit der postmateriellen, stets emotional betroffenen Gutmenschen- und Schlechtgewissenfraktion gehöre. Da wird mit dem Bade gleich auch das Kind ausgeschüttet. Wir leben – gottseidank! – dank der Gründerväter von 1848 in einem liberalen Rechtsstaat, in dem die Ansprüche und Forderungen der Religion zugunsten eines staatlichen Consens auf Basis der Werte der Französischen Revolution und der amerikanischen Verfassung zurückgestellt werden müssen und dürfen. Und so sehr ich die «demütige» Haltung von Kollega Giger verstehe und teile, so sehr bin ich der Meinung, dass mit dem Islam und seinen Vertretern in unserem Land nicht «lieb» und «nett», sondern knallhart diskutiert werden muss. Also etwa so: Keine Religionszentren und überhaupt Religionsansprüche ohne vorbehaltloses Ja zu sämtlichen Grundwerten unseres Staatswesens.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant