Skandal

Geissbock Zottel ward entführt. Das Maskottchen der SVP wird den Wahlerfolg am nächsten Sonntag (ganz knapp unter oder über 30% – unser einziger Trost: Die NSDAP kam anfangs 1933 auf deutlich über 40%) nicht mitfeiern und nicht an edlen Kräutern, die ihm der Bauer aus dem Toggenburg reichen möchte, nagen können.
Nun: Wer beging dieses gräuliche Verbrechen? Die SVP klagt über Tierquälerei (dabei hat es Zottel bei den Entführern wohl besser als bei den meisten SVP-Bauernvertretern) und Landfriedensbruch. (Das Inserat, das sie heute grossflächig schaltet – Geheimplan gegen die Schweiz – ist zwar das weitaus grössere Verbrechen: Volksverführung, aber was soll’s?)
Ich rate, nicht auf dem Segelschiff des Herrn Girod und nicht in der Arztpraxis der Frau Gilli, sondern im gediegenen Holzschopf des Herrn Wermuth zu suchen. Ich nehme an, dass Zottel dort nun über die Auswüchse des Kapitalismus informiert wird.

Heinz Angehrn

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