Ein wiederkehrendes Stephen-King-Stereotyp in seinen Romanen, vor allem im «Dark Tower». Nicht nur bei King dreht sich die Zeit, sie dreht sich auch real. Gesellschaftliche und technologische Änderungen sind verantwortlich. Meist sind die Menschen ja froh, dass sich die Zeit dreht. Ehepaare etwa sind froh, dass es künstliche Empfängnisregelung gibt. Frauen sind froh, dass sie das Stimm- und Wahlrecht erhalten haben. Meist hat sich die Zeit zugunsten des Menschen und seiner Rechte «gedreht».
Nur eben: Es gibt die starken politischen Kräfte links und rechts aussen, die davon leben, das soviel «Drehen» manche Menschen überfordert und ängstigt. Und sie versprechen den Menschen etwas völlig Absurdes: Dass sie Zeit zurückdrehen können. Die SVP verspricht, die multikulturelle und multireligiöse Gesellschadt rückgängig zu machen. Linke und Gewerkschaften versprechen, zur alten Arbeitswelt und zum totalen service public zurück zu kehren. Religiöse träumen von neuer Sonntagsheiligung und der Vormachtstellung der Hetero-Ehe. Fundi-Grüne träumen von der Rückkehr in den Garten Eden.
Alles nützt nichts. Die Zeit dreht sich nur vorwärts. Seien wir beim Wählen doch vernünftig. Keine Stimme irgend einem Fundi! So lösen wir kein einziges der realen politischen Probleme.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant