Die wahren Helden

Höchst aufschlussreiche und äusserst erheiternde Einblicke gewähren etliche der Berichte zum Weltjugendtreffen in Madrid sowohl auf den konservativen wie auch auf den reaktionären Seiten. Ich erlaube mir, das Gelesene zu toppen.
Da wird Benedetto gelobt, wie er in Sturm und Windesbraus die Jugendlichen zum Bleiben aufgefordert habe, weil das ein grosses Symbol dafür sei, dass die wahren Gläubigen in den heidnischen Stürmen der modernen Welt ausharren müssten. Der Pontifex unter dem Plastikdach und die Jugendlichen nahe den einstürzenden Pfeilern, ein Bild für ein Todeskommando? Das kleine Raumschiffchen der letzten Gläubigen im wüsten Treiben des Moderne-Alls?
Da werden die dekadenten deutschen Teilnehmer getadelt, die früher abreisten, weil ihnen kein Trinkwasser mehr zur Verfügung stand. Die wahre Kirche darbt und dürstet in der Wüste, die altliberalen Abkömmlinge lechzen nach den Wassern von Fastfood und Billigkette. Besser verdursten als die Seele zu verkaufen? (Letzteres dachte ich allerdings auch schon, wenn ich vor einem McDonald stand…)

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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