Es gibt noch andere wichtige Themen, hinter denen her und in die es sich die Nase zu stecken lohnt. Also wechseln wir langsam den Blickpunkt. Doch eine Beobachtung sei auch noch angemerkt:
Unter dem Titel «Gott spielen – und töten» beschäftigte sich das Tagblatt (in der selben Ausgabe mit der lahmen Replik) mit den Gesichtern des Bösen. Die eben erst publizierten Bücher von Terry Eagleton (Das Böse. Ullstein) und Eugen Sorg (Die Lust am Bösen. Nagel&Kimche) werden ausgewertet und zitiert. Sorg begründet mit der urmenschlichen Versuchung, allmächtig, gott-gleich zu sein. Das Chaos zu Babel entsteht. Eagleton geht tiefer, erklärt die Lust am absolut menschenverachtenden Bösen mit dem Verlangen nach dem totalen Untergang, das statt nach innen nach aussen gerichtet solches Verhalten erklärt. Freud wird weitergedacht.
Alles sauber und gut. Nur eines stört. Der Name Breivik steht in der Einleitung. Und als Veranschaulichung folgen dann vier Photos und vier Namen: Timothy McVeigh (Oklahoma), Adolf Hitler, Theodore Kaczynski (UNA-Bomber) und Osama bin Laden. Warum fehlt hier der Name und das Gesicht von Herrn Mladic? Immer noch falsche Rücksichtnahme auf Serbien?
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant