Wer Alex, dem Protagonisten dieses wahrhaft kuriosen Romans begegnet, schwankt zwischen grossem Gelächter und tiefer Betroffenheit. Es muss Philip Roth (ich bin jetzt etwa auf Seite 80) hoch angerechnet werden, dass er ein so schwieriges Thema so leichtfüssig behandeln kann. Nicht vorzustellen, was ein/e Skandinavier/in daraus gemacht hätte! Die erdrückenden Mütter, die emotional und psychisch sich über ihren Familien-»Besitz» definierenden Matriarchinnen, und die Schäden, die sie in den Seelen ihrer Söhne hinterlassen, das ist ein heikles und gesellschaftlich wie kirchlich tabuisiertes Thema, dem wir nun in der jüdisch-orthodoxen Mama von Alex so radikal begegnen. Ich sage voraus (wie gesagt, ich bin erst etwa auf Seite 80), dass es ihm nicht gelingen wird, eine vernünftige Beziehung zu einer Frau aufzubauen.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant