Viele – oder sollte ich schreiben: fast alle – der offiziellen Präfationen, Tages- und Schlussgebete des Messbuches sind für einen Priester, der auch aufgeklärter und liberaler Theologe ist, unverwendbar. Wenn es nur diese furchtbar holprigen Übersetzungen aus dem Lateinischen wären, ginge es noch halb, aber meist wird auch noch die Gedankenwelt einer längst vergangenen Theologie bemüht, manchmal so arg, dass noch die schlimmsten Liedstrophen im Gesangbuch getoppt werden.
Darum muss man(n) aufatmen, wenn eine halbwegs vernünftige Formulierung auftaucht, so etwa gerade geschehen an Pfingsten. Im Tagesgebet des Pfingstsonntags heisst es: … was Deine Liebe am Anfang der Kirche gewirkt hat, das wirke sie auch heute in den Herzen aller, die an dich glauben.» Mit diesem Gedanken kann ich gut leben, und er tut wohl auch der mitbetenden Gemeinde gut.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant