Die Kritiker überschlagen sich vor Begeisterung nach den letzten beiden Premieren (»Moses und Aron», «Aus einem Totenhaus») am Opernhaus in Zürich. Jetzt endlich verspüre man den Lebenshauch der echten Inszenierung, und dergleichen mehr wird formuliert. Jetzt endlich sei es spannend (als wäre das nicht in jeder Aufführung einer Verdi- oder Puccini-Oper, ohne dass der/die Regisseur/in viel leisten muss).
Ich überschlage mich nicht, sondern kugle mich vielmehr vor Lachen und halte fest:a) Dass genau diese beiden absolut nicht publikumswirksamen Opern ausgesucht wurden, um Regiekapriolen mit ihnen zu treiben, ist kein Zufall.b) Denn da geht kaum eine/r hin, der/die nicht muss (berufsbedingt oder Abo-verknurrt).c) Darum hält sich der Schaden in Grenzen.d) Denn würde man Verdi oder Puccini so verschandeln, wie es etwa der Wüterich Konwitschny tut, hätte man einen argen materiellen Verlust.
Man (Intendant) bedenke: Wir Konsumenten haben heute die Wahl, für eine Oper viel Geld auszugeben oder uns eine seriöse Inszenierung fast gratis per DVD anzusehen.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant