Und so wurde Bernd Kollmann, Ordinarius für Neues Testament in Siegen, für eine Replik angefragt. Er fährt – das machen seine langen conclusiones klar – auf ganz anderen Schienen als Jäger. Dabei ist es ihm, obwohl Jäger dieses Thema nicht einmal anspricht, wichtig, dubiose Texte zu entlarven, die um die Jahrhundertwende 19./20.Jh. Jesus aus Nazareth östlich-esoterischer machen wollten. Dies zu lesen ist mehr amüsant als aufschlussreich. Auch Rudolf Steiner hat sich ja seinen eigenen Jesus gebastelt.
Wenn wir dies weglassen, dann kommuniziert uns Kollmann, dass sich die ethischen Lehren von Buddha und Jesus zwar stark gleichen, aber unterschiedliche Wurzeln haben (»Jesus denkt jüdisch»). Aber, Herr Kollmann, Herr Meesmann, das war nun nicht gerade die grosse neue Erkenntnis, die Sie uns da vermittelt haben. Das wussten wir schon lange. Und gerade, weil diese beiden Weisheitslehrer, die von den jeweiligen heiligen Schriften als göttlichen Ursprungs bezeichnet werden, aus so unterschiedlichen Traditionen stammen, ja in der Frage, was des Menschen endgültige Bestimmung sei, darum auch so verschieden denken, dann aber auf fast identische Antworten in der Frage, was eine gute Lebensführung ist, die den Menschen vollendet, kommen, ist das doch spannend und aufschlussreich!
Zum Schluss: So kirchenkritisch Herr Meesmann auch ist, es muss ihm vorgehalten werden, dass er hier in die Piusbrüder-Falle (Gezeter über Assisi) getreten ist.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant