Zurzeit finden in unserer Region wieder die ordentlichen Kirchbürgerversammlungen statt. Die Kirchenfinanzen werden grossmehrheitlich dort, wo sie via Kirchensteuern eingenommen worden sind, verwaltet und verantwortet. Diese Aufgaben nehmen nicht Vertreter des Klerus oder der Hierarchie wahr, sondern gewählte Volksvertreter/innen, Laien mit spezifischem Charisma für Personal-, Bau- oder Finanzfragen. Für ihre Tätigkeit müssen sie in demokratischer Öffentlichkeit geradestehen: eine Geschäftsprüfungskommission überwacht sie und erstattet der Gesamtbürgerschaft Bericht, die sie dann entlastet. Ohne Zögern und Murren wird die Zentralsteuer (4%, etwa ein Fünftel) an den Konfessionsteil überwiesen.
Können Sie, Monsignore Grichting, der Sie wohl Schweizer und in der Schweizer Realität aufgewachsen sind, uns sagen, was Sie an diesen Abläufen stört? Subsidiärer geht es kaum mehr, gerechter auch nicht, und unbürokratischer schon gar nicht. Eine Verwaltung der kirchlichen Mittel auf einer höhergelegenen Etage und dies gar noch auf auf nicht-demokratischer Basis, das wäre mit unserem Verständnis von Gemeinwesenarbeit inkompatibel.
Dank allen Engagierten in den Räten und Kommissionen! Dank allen Interessierten an den Versammlungen! Dank im Namen der Kirche. Dank Euch sind wir wenigstens teilweise noch glaubwürdig.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/direkte-demokratie-auch-in-der-kirche/