Vierte Forderung

«Der Respekt vor dem individuellen Gewissen bedeutet, Vertrauen in die Entscheidungs- und Verantwortungsfähigkeit der Menschen zu setzen. Diese Fähigkeit zu unterstützen, ist auch Aufgabe der Kirche; sie darf aber nicht in Bevormundung umschlagen. Damit ernst zu machen, betrifft besonders den Bereich persönlicher Lebensentscheidungen und individueller Lebensformen. Die kirchliche Hochschätzung der Ehe und der ehelosen Lebensform steht außer Frage. Aber sie gebietet nicht, Menschen auszuschließen, die Liebe, Treue und gegenseitige Sorge in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder als wiederverheiratete Geschiedene verantwortlich leben.»
Die Fixierung auf nur zwei akzeptierte Lebensformen, auf die keusch-enthaltsame von mit und aus dem Heiligsten lebenden Asketen/innen und auf die fruchtbar-kinderreiche von heterosexuellen Eheleuten, ist absurd, ungerecht und nicht dem Evangelium entsprechend. Legt doch bitte 1500 Jahre danach Eure permanente Augustinus-Brille ab, liebe Kirchenleute!

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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