Und damit steigen wir nächsten Montag ein (Auszug):
«Im Leeren dreht sich, ohne Zwang und Not,Frei unser Leben, stets zum Spiel bereit,Doch heimlich dürsten wir nach Wirklichkeit,Nach Zeugung und Geburt, nach Leid und Tod.»
Josef Knecht hat den Gipfel dessen erreicht, was ihm während Jahrzehnten Zentrum und Kristallisationspunkt seines Bemühens war. Ich stelle mir vor, dass es Josef Ratzinger 2005 ähnlich ergangen ist. Und dann plötzlich erkennt Knecht, dass jenseits der reinen Schönheit und Logik das wahre Leben liegt. Doch darf man, soll man, muss man diesen Rubikon überschreiten? Was würde Josef Ratzinger wohl gerne tun, wonach dürstet er heimlich?
Laura Wingfield hat dieses Glück nicht, frei entscheiden zu können. Sie ist durch ihre Behinderung, durch ihre enge Bindung an die Mutter und ihre Seelenstruktur nichts mehr als selber Bestandteil einer gläsernen Figurenwelt. Der verwirrte Dänenprinz dazu: «Dass wir die Übel, die wir haben, lieber ertragen als zu unbekannten fliehn».
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant