Fast vergessen und darum nachgeholt: In den beiden grossen seit Jahren laufenden exegetischen Reihen sind eingetroffen:
– Im HThKAT der erste Teil des Kommentars zu Jesus Sirach (1-23) vom emeritierten Grazer Alttestamentler Johannes Marböck. Er widmet das Werk Erich Zenger, dem überraschend verstorbenen Herausgeber der Reihe, und geht aus Gründen der Seriosität weiterhin vom griechischen Urtext aus. Trotz aller Zeitgebundenheit der Mahnungen Ben Siras glaubt Marböck, dass die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes als Klammer des ganzen Werkes dieses auf die Ebene heutiger Aktualität und auch von Zeitlosigkeit hebt.
– Im EKK, der viel weiter fortgeschrittenen, weil früher begonnenen Reihe, der erste Teil (1,1,-7,4) des Kommentars des Frankfurter Neutestamentlers Thomas Schmeller zum zweiten Korintherbrief. Schmeller geht von der Grundidee aus, dass der ganze Brief ein weitgehend einheitliches Werk ist. Dabei benutzt er die These, dass durch eine redaktionelle Falschstellung der Passage 6,14-7,1, die ursprünglich zwischen den Kapiteln 9 und 10 platziert war, erst die verschiedenen Teilungshypothesen entstehen konnten. Hauptargument ist ihm dabei der Vergleich mit nichtchristlichen antiken Briefen (Cicero).
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant