So sehr ich mich über Herrn Schmidt-Salomons Verständnis von heutiger Theologie geärgert habe, so sehr hat er mir aus dem innersten Herzen gesprochen mit folgendem Teil im Interview:
«Die zentrale Differenz sehe ich auch nicht zwischen Theismus und Atheismus, sondern zwischen einem dogmatischen und einem kritisch-rationalen Zugang zur Welt. Für Letzteren trete ich ein: Wir sollten lernen, falsche Ideen sterben zu lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen.»
100% einverstanden. Den Satz hänge ich mir zu den anderen, die schon hängen, auf.
Ich habe dasselbe etwas plumper an dieser Stelle ja so formuliert: Lieber keine Religion als fundamentalistische Religion. Es geht der Welt besser ohne sie.
PS: Bischof Markus, den ich mit dem ganzen etwa 10seitigen Papier, das zu dieser conclusio kam, bediente, fragte mich dazu nur etwas besorgt, was denn in meiner Sicht von den christlichen Wahrheiten bleibe. Ich denke doch sehr, dass keines der jesuanischen essentials aufgegeben werden muss. Und Sprachspiele zu dogmatisieren, ist doch schon rechter intellektueller Unfug (nicht wahr, Herr Fleischer?).
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant