Der/Die Schriftsteller/in (ab jetzt immer beides gedacht) macht sich ja wohl seine Gedanken, was aus einem Helden, der uns Lesende während manchen Büchern begleitet hat, ja im Sinne von Saint Exupéry vertraut geworden ist, werden soll, wenn er denn des Helden müde wird. Da gibt es ja verschiedene Ideen und Wege, die auch schon mehr oder weniger erfolgreich versucht wurden:
a) «The final problem»: Man lässt ihn im Berner Oberland einen schönen Wasserfall herunterstürzen. Peinlicherweise braucht man ihn später aber wieder zur Füllung der Privatschatulle und erfindet kurzerhand einen Grasbüschel, an dem der Held sich festklammern konnte. Variante: Betrug.
b) «Curtain»: Man (in dem Falle: frau) weiss, dass man den Held noch lange eben zwecks Nachfüllungen braucht und schreibt zwar einen Roman, in dem er stirbt, doch lässt diesen erst posthum (bezogen auf die Schriftstellerin wohlverstanden!) erscheinen. Variante: Clever.
c) «Den orolige mannen»: Man hat langsam genug vom Protagonisten, der einem Ruhm und Erfolg gebracht hat, man hat schon seine Tochter als Nachfolgerin aufgebaut, und beendet das Wehklagen der Leserschaft mit einem aschgrau-tragischen Ende des Helden. Variante: Brutal.
Zu c): Lesenswert, aber erst, wenn man die 8 Bände vorher samt dem ersten Linda-Fall durchgeackert hat. Sonst ist’s nicht so brutal. Ich war schlechthin geschockt.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/aschgraues-ende-einer-buch-karriere/