Wir beschäftigen uns an den Theologie-Abenden dieses Jahres mit dem Thema «Glaube, der bedrückt, oder Glaube, der befreit». Dieses Thema entspricht auch der Profilierung unserer Pfarrei im St.Galler Gesamtprozess LOS mit den drei Adjektiven «kritisch, liberal, befreiend». Aus der grossen Fülle an Literatur in meinen Regalen hatte ich ausgewählt:
Karl Frielingsdorf SJ, Dämonische GottesbilderHelmut Jaschke, Dunkle Gottesbilderdie beiden für Diagnose und erste Heilungsansätze
und dannMonika Renz, Erlösung aus Prägung
Die ersten zwei Abende, die zur Diagnose, sind vorbei. Berstend voll ist der Tisch, immer wieder betroffen die Teilnehmenden, spannend die Einwürfe. Was mir bis dato am meisten geblieben ist, ist die Forderung Jaschkes, dass wir Gott «anders denken» lernen müssen. Nicht als der Gegenüber-Gott, sondern (Paul Tillich) als «Gott über Gott», als unbenennbare Kraft, um das Selbstsein zu wagen. Ich stecke meine theologische Nase in den Wind und merke, dass Tillich dasselbe (denselben, dieselbe, was auch immer) meint, was Matthew Fox mit seiner Abkehr vom Theismus fordert.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant