Verhältnismässigkeiten

Seit unser Dorf-Cafe den Besitzer gewechselt hat, habe ich auch meine Morgen-Gewohnheiten gewechselt und bin wieder im Besitz einer «eigenen» Zeitung. Und die lese ich länger und emsiger als in den Jahren zuvor. Und da kam ich heute ins Sinnen und muss mich nochmals politisch äussern. Es geht um staatliche Subventionen und deren (Un)Sinn.
Wenn der Orchesterbereich der St.Galler Tonhalle für etwas mehr als zwei Millionen akustisch und optisch verbessert wird, dann melden sich politische Nörgler. Warum überhaupt, warum so viel Geld? Ist doch gleich, wenn Brahms und Mahler etwas schräg tönen.Wenn in den FC St.Gallen und das neue Stadion nach schon x investierten Millionen neue hineingesteckt werden sollen, dann tönt das nach lokalpatriotischer Notwendigkeit. Am liebsten wäre es wohl manchen, die öffentliche Hand trüge ständig das Defizit des Clubs.
SKANDAL! Das ist übel. Nochmals fordere ich, dass der Staat keinen Rappen, keinen einzigen Rappen mehr in Spitzensportarten steckt, die Vandalismus, Hooliganismus und Gewalttätigkeiten hervorrufen. Kein Rappen mehr für Profi-Fussball und Profi-Eishockey, auch nicht für deren Gebäude! Und die Clubs haben via Billettverkauf alle Kosten für Sicherheit und Ordnung selber zu decken!
Konzert- und Theaterbesucher sind friedliche Menschen. Sie beschädigen nichts, sie lassen nichts liegen (absichtlich), sie prügeln sich nicht, ja sie applaudieren sogar bei moderner Klassik und hässlichen Inszenierungen. Sie zahlen auch recht schön für ihre Abos und Eintritte. Das sind sinnvolle Subventionen. Sie machen die Gesellschaft ein klein bisschen friedlicher.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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