KK mit Schlüssel

Da sah ich ihn also gestern in SF1, Kurt, wie er mit einem in seinem Besitz sich befindenden Schlüssel vatikanische Türen öffnete. War das wohl vom/von der Journalisten/in gestellt? Oder war es wirklich ein vatikanischer Schlüssel? So hätte Kurt in einem kleinen Ausmass Anteil an der Schlüsselgewalt unseres Imperiums. Immer noch erschauert man(n) als kleiner subversiver Schweizer-Kleriker, wie weit es andere Schweizer Schweizer-Kleriker – da vom Typus helldenkender Schweizer immer auch etwas subversiv – bringen können.
Ich nähere mich meinen St.Beat-Erinnerungen an, bin aber noch nicht in ihnen völlig angekommen, und bleibe darum vorerst noch bei einigen mittelwichtigen Fragen. Kurt war als Professor schlauer Dialektiker, war manchmal schon fast berauscht ob der Neutralität der Dialektik (bevor dann zumindest gemäss Hegel doch einmal die Synthese zuschlagen sollte). Doch er bezog ja ab und zu auch recht deutlich Stellung: Für die Zulassung der Frau zu kirchlichen Ämtern (deshalb das Schäumen der Piusbrüder und -schwestern bis heute) und gegen den unseligen und nun doch heiligen José Maria und seine Kampftruppe. Doch dann als Bischof änderte er ja in solchen Fragen plötzlich die Meinung. Keck-spöttisch sagte er, der Weise und Wissende, einmal zu einem Journalisten: Man darf ja auch als Bischof noch schlauer werden und die Meinung ändern.
Schlau, liebe/r Leser/in, oder ganz bewusst Karriere-planend? War das alles vielleicht gar nicht reiner Zufall, sondern höchst clevere Planung? Und mit welchem Endziel? Für uns oder für den Apparat?

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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