Mit dem Big Boss (von mir in internstem und intimsten Kreis übrigens mit TB bezeichnet – das verrate ich Euch/Ihnen aber sicher nicht, was da dahinter steckt, sonst bin ich dann wirklich persona non grata in Potenz) verbindet mich zumindest eines: Auch ich bin ein Kulturkonservativer und ärgere mich im modernen Kultur-, Kunst- und Musikbusiness manchmal zu Tode. Ich weiss zwar nicht, ob TB mit mir in einen Jazzkeller mitkommen würde, aber auch an diesem zweiten Orte höchster Kunst und Ästhetik (nebst dem Opernhaus, soll niemand meinen, dass ich nun eine Kirche erwähne, ich sprach soeben von «höchster» …!) habe ich meine kulturkonservativen Träume und Wünsche: Klavier, Bass und Sax, sonst nichts, nur old Jazz, kein übler Rhythmus aus anderen Genres, möglichst viel Gershwin und Porter.
Ich schweife ab, die Sommerhitze setzt zu. Also denn: Tanz in der Kathedrale. Was soll denn das? Jedem Tierchen sein P…, jedem Ort sein heiliger Ritus. Ich kann nicht in das Zähneknirschen und Schäumen der religiös Konservativen einstimmen, denn die knirschen und schäumen ja bei Vielem, was ich denn sonst zumindest vergnüglich, wenn nicht gar genial finde. Aber mit dem Tanz ist es bei mir wie mit dem Guggengetöse: That’s not the place for it, let it be. Lieber Bischof Markus, da kannst Du den Konservativen mal ein Zückerchen geben. Weg mit dem Hüpfen und Schweben, mehr Bruckner, Dvorak, Schubert und Haydn auf die Empore.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant