2.13 Der wohl ursprünglichste Grund: Verwaltung des Heiligen.2.131 Wer hinter den praktischen Gründen sucht, findet mehr.2.1311 Bereits in vorchristlicher Zeit: Die Priesterin-Jungfrau.2.1312 Sie hat kulturelle Spuren hinterlassen bis in unsere Welt.2.13121 Man denke etwa an «Norma» oder «Les pêcheurs des perles».2.13122 Auch der Mythos von der Jungfrauen-Geburt hat hier wohl seine Wurzeln.2.13123 Wohl auch wesentliche Aspekte der Mariologie?2.1312 Wer das Heilige verwaltet, ist rein.2.13121 Medium des Heiligen, des Göttlichen.2.13122 Unbefleckt, rein von allem Weltlich-Profanen.2.13123 So allein befähigt, das Heil zu vermitteln.2.132 Wer diese Hintergründe kennt, ahnt, worum es geht.2.1321 Der Priester als – theologisch gesehen – Heilsvermittler.2.13211 In all seinen Segnungen.2.13212 Im Verwalten und Vermitteln der Sakramente.2.13213 Vor allem im Heiligsten überhaupt: Im Feiern des «Messopfers».2.132131 Alte theologische Sicht, aber im Zölibat lebt sie fort.2.132132 Der Vorsitz in der Eucharistie, dazu wäre er nicht notwendig.2.1322 Wer solches Heil vermittelt, hat rein zu sein.2.13221 Kein Kontakt mit der Frau, die ja unrein ist.2.132211 Unschuldig wegen ihrer Geschlechtlichkeit verworfen.2.132212 Menstruation als Unreinheit – archaische Dimensionen tun sich auf.2.13222 Kein Ausleben der männlichen Geschlechtlichkeit.2.132221 Hände, die onanieren, dürfen das Heilige nicht berühren.2.132222 Hände, die eine/n Partner/in berühren, dürfen das Heilige nicht berühren.2.132223 Aber schlagen dürfen Sie?2.132224 Aber sich korrumpieren lassen, das dürfen sie?2.13223 Denn Gott ist reiner Geist.2.132231 Und darf nicht unrein vermittelt werden.2.132232 Archaisch gesehen verständlich.2.132233 Aus unserer modernen Sicht nur lächerlich.2.133 Das Argument ist passé, unverwendbar, ja sogar entlarvend!
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant