2.12 Der meistangewendete Grund im 20.Jh.: Verfügbarkeit2.121 Verfügbarkeit in ihrer Zeit-Dimension.2.1211 Tag und Nacht abkömmlich.2.12111 Für Besuche bei Sterbenden und die Letzte Ölung.2.121111 Solange diese theologisch so gesehen wurde, sogar verständlich.2.121112 Doch aus ihr wurde die Krankensalbung: zeitlich nun offensiv und präventiv gespendet.2.121113 Da sind nicht mehr viele Anrufe in der Nacht!2.121114 In den 80er Jahren noch 2 bis 3 pro Jahr, heute eigentlich Null.2.12112 Für Leute an der Haustüre und am Telefon.2.121121 Als jesuanisch-pastorale Forderung verständlich und not-wendend.2.121122 Doch die Zeit hat sich gedreht.2.121123 Kaum ein Priester sitzt 24 Stunden zu Hause und in seiner Kirche.2.121124 Er rennt nämlich zwischen 3 bis 6 Pfarreien hin und her.2.121125 Und ist sicher nicht dort, wo Not am Mann, an der Frau ist.2.121126 Die Sekretärinnen erfüllen heute oft diese Aufgabe!2.122 Verfügbarkeit in ihrer emotionalen Dimension.2.1221 Keine Gefühle für eine Partnerin, einen Partner: Verfügbar!2.1222 Keine Gefühle für Nachkommen: Verfügbar!2.1223 Verfügbar voll für Gott.2.1224 Lernt man(n) Verfügbarkeit so? Ohne Gefühle für intim Anvertraute?2.1225 Mt 25, «Was ihr dem Geringsten getan habt, habt ihr mir getan»2.1226 Sackgasse. Stopp.2.123 Verfügbarkeit als berufliche Notwendigkeit.2.1231 Verständliches Idealbild2.12311 Immer online.2.12312 Immer abrufbar.2.1232 Gilt aber nicht nur für Priester2.12321 Der ideale Allgemeinpraktiker.2.12322 Der ideale Chirurg.2.12323 Der ideale Therapeut.2.12324 Die sind aber meist verheiratet und doch engagiert.2.124 Noch heute würden wir uns voll verfügbare Menschen wünschen.2.1241 In verschiedenen Berufen und Positionen.2.1242 Und ganz sicher aus freiem Entscheid.2.1243 Ob aber ein junger Priester diesen Entscheid frei für ein ganzes Leben fällen kann?2.1244 Etwas von dem Argument bleibt als Stachel zurück.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant