Da war also der «Club» am Dienstagabend mit sehr unterschiedlichen Gesprächsteilnehmern/innen. Bischof Kurt war in Bestform, kommentierte klug-zynisch das böse Verhalten der modernen alles verallgemeinernden und auf Skandale fixierten (Medien)Welt und fand immer neue raffinierte Rand- und Nebenargumente. Herr Nationalrat Segmüller war auf Schadensbegrenzung bedacht und würdigte Benedikt als guten Zuhörer jenseits der Theaterwelt seines Vorgängers (sic). Die Kritiker (vertreten durch Monika Schmid und Erwin Koller) wiederholten zu sehr die alten Positionen. Herr de Schepper verdient noch einen speziellen Eintrag (folgt). Spannend war alles.
Da war dann leider noch das Fräulein Schmidlin. Ich nehme an, dass sie einverstanden ist, dass ich sie so benenne, denn sie stammt aus einer sehr vergangenen patriarchalen Welt und wäre sich mit den jungen Islam-Konvertiten mit Bart und Eifermiene bezüglich der Stellung der Frau in der Gesellschaft schnell einig. Fräulein Schmidlin sagte unter anderem: «Der Priestermangel ist kein Problem der Kirche, sondern der Gesellschaft. Weil in den Familien der Glaube nicht mehr vermittelt wird, gibt es keine Priester mehr.» Fräulein Schmidlin fühlt sich in der Kirche auch nicht unterdrückt: «Die Frau ist zwar gleichwertig, aber andersartig. Sie soll die Menschen auf die Begegnung mit Christus vorbereiten, die dann der Priester vermittelt.»
O weh, o je!
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant