Was meine ich – der ich mich nun im Jahre 1975 für Theologie und gegen Theaterwissenschaft entschieden habe und darum aus Sicht der Fachmänner und Fraufrauen als Banause zu gelten habe – mit «modern-hässlich»? Ich meine damit jede Art von Inszenierung, die (aus begründeten intellektuellen Gründen, das mag sein; aus purer Lust an Provokation, solche Flegel gibt es; aus Protest gegen den klassischen Kulturbetrieb und das ihn mitbezahlende Publikum, das sind dann einfach linksideologische Flegel) in ihrer Gesamtausrichtung (gewähltes Bühnenbild, gewählte Kostüme, Streichungen und Umarbeitungen des Textes, Personenführung) gegen den inneren Gehalt des Stückes und nicht für und mit ihm arbeitet.
Edelste Aufgabe des Regisseurs, der Regisseurin, ist es nämlich nach des kulturkonservativen Herrn Angehrns Ansicht, ein Stück Weltliteratur heute neu erblühen, in seinem innersten Sinn und seiner innersten Aussage aufleuchten zu lassen, und dabei nicht von Anbeginn auf irgendwelchen Applaus, entweder den des Durchschnittstheaterbesuchers, der einfach Unterhaltung will, oder den des Kritikers, der einen x-ten Neuansatz sehen will, zu schielen und zu hoffen. Weil aber viele Regisseure und Regisseurinnen genau dies tun, entsteht einerseits viel banaler Durchschnitt (vor allem im Bereich Musical und Komödie) und andrerseits etlicher hässlicher Schrott (vor allem im Bereich Oper und Schauspiel).
Beispiele folgen in den nächsten Tagen. Ich erlaube mir, hier von erlebten Inszenierungen zu erzählen und dabei auch teilweise heftige Kritik zu äussern. Die Kirchen- und Theologie-Themen lasse ich für einige Tage ausser acht.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant