Reactio zur Maxime

Vor meinen zwei Ferienwochen, in denen hier wieder einmal eine heitere Geschichte, wie sie das Leben wirklich schrieb, erscheinen wird, noch Ernsthaftes zum frisch aufgegriffenen Thema.
Ich habe zum einen meinen SKZ-Redaktionskollegen Adrian, Kirchenrechtler in Luzern, zur Stellungnahme provoziert. Die liegt vor, ist ausführlich und wird von mir noch in der Hauptargumentation vorgelegt.
Vorher aber stolpere ich im «Publik-Forum» (S.39-40) schon über das selbe Thema und zitiere, was das Institut für Ökumenische Studien der Uni Fribourg unter dem Titel «Zur Ambivalenz der Menschenrechte» an Bedenklichem (!) verbrochen hat: Die Menschenrechte könnten immer auch pervertiert werden und seien daher nicht von vornherein eindeutig. Es brauche Beurteilungskriterien, wann sie ethisch richtig und wann sie ethisch falsch gelebt würden. Noch hoffe ich, dass Publik-Forum etwas falsch zitiert hat, denn wenn das im Wesentlichen stimmt, steht es übel um die Seriosität des Instituts und seiner Leitung. Why then? Nun rein sachlich kann man schon so argumentieren, aber nicht als zur katholischen Kirche gehörige Institution. Denn da geht es ja offensichtlich um reines Eigeninteresse.
Tolle Sache, nicht wahr? Und das von unserer seriösen Uni Fribourg. Und das unter dem Titel Theologie. Da kommt der Applaus dann aber nicht von Studierenden, sondern von ganz anderen Orten: Jubel bei islamischen Gewaltpredigern, Jubel bei Patriarch Kyrill, Jubel in der FEG. Das glaub ich nun wirklich nicht. Die dümmste evangelikale Argumentation läuft ja auch genau so: Was nach internen (antiken) religiösen Gesetzen nicht sein darf, ist per se unnatürlich, ist falsch verstandenes Eigeninteresse und darf nicht als Menschenrecht deklariert werden. Alle Frauen sind deshalb im Unrecht, die Zulassung zum kirchlichen Amt fordern. Alle Gleichgeschlechtlichen sind im Unrecht, die Anerkennung und Gleichstellung fordern.
Wenn der Hauptzug der theologischen Argumentation so laufen würde, dann bin ich mehr als froh um das Primat eines streng säkularen Staates!

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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