Was in Savognin endete V

Und so hatte mit einem gewaltigen Paukenschlag dieser Kurs begonnen. Ingo hatte sich damit arrangiert, den Kurs in einer kleinen Gruppe, er als einziger Kandidat zum Diözesanpriestertum, Adrian auf dem Weg zum Ordenspriester, die schon etwas in mittleren Jahren stehende Mélanie, die auf Umwegen noch Pastoralassistentin geworden war, und die beiden nicht zu weihenden Kollegen Tobias und Armin, zu verbringen. Und nun war das Grüppchen schon am Vorabend des Beginns von fünf auf vier Mitglieder zusammengeschrumpft. Ingo war zunächst am peinlichsten, dass er Armin gemocht hatte, dass der ein lieber Studienkollege war, der ihm geholfen hatte, in München für die Auslandsemester ein eigenes Zimmer zu finden. Und etwas mehr peinlich war ihm nun plötzlich der Gedanken, dass er eine Nacht sogar im Zimmer von Armin auf einer Matratze, als er zur Zimmersuche gekommen war, verbracht hatte. Armin war ein graziler schmaler Bursche mit einem Miniatur-Schnurrbart, so ein bisschen der Typ Film-Gigolo. Aber schwul? Das war nun doch überraschend.

Heinz Angehrn

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