Was in Savognin endete II

Ingo hatte über private Beziehungen die grosse Ferienwohnung in Savognin für eine ganze Ferienwoche organisieren können, die Wohnung, die er aus Privatferien schon recht gut kannte. Nicht nur die Wohnung natürlich, sondern auch die ganze Umgebung, die herrlichen Berge des Oberhalbsteins, die prächtig-monumentalen Wanderungen, die da möglich waren. Manchmal ging es ihm so, dass er sich dachte, dass alle Anderen doch auch gar nicht anders konnten, als das, was ihm so gut gefiel, auch zu mögen. Mit dieser Utopie hatte er sich auch gedanklich zunächst in diese Woche hinein gestürzt, hatte überlegt, was an Touren und Ausflügen möglich war, hatte auch gedanklich schon den halben Menueplan für diese Tage hingelegt. Naiv, nicht bedenkend, dass die Haushälterin des Seminars, die auch mitkommen würde, wohl selber übers Kochen entscheiden wollte, und dass Pater Adrian, der Kurskollege wohl wenig Lust an grossen Wanderungen haben würde. Und so kam es, wie es kommen musste, aber es kam noch übler. Und das hatte vor vielen Monaten begonnen.

Heinz Angehrn

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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